Themenabend am CvO

Carl:a organisiert Themenabend im Rahmen der Internationalen Wochen gegen Rassismus

Bereits zum dritten Mal hatte die CvO-Initiative Carl:a bestehend aus Eltern, Lehrkräften und SchülerInnen im Rahmen der Internationalen Wochen gegen Rassismus einen Themenabend für Demokratie und Vielfalt auf die Beine gestellt. Über ein dreiviertel Jahr hatte die Gruppe diese Veranstaltung organisiert.

Bereits am Vormittag hörte der Jahrgang 11 den Ausführungen des bekannten deutsch-iranischen TV-Moderators, Autors und Podcasters Michel Abdollahi gebannt zu. Der Journalist, der mit seiner Expertise dieser Tage viel durch die Lande tourt, hatte den spannenden Dokumentarfilm Im Nazidorf produziert.  Im Sommer 2015 hatte der 45-jährige für einen Monat den mecklenburgischen Ort Jamel besucht, der Heimat vieler rechtsradikal denkender Bürger ist. Der charismatische Abdollahi war mit den Bewohnern ins Gespräch gekommen – spannend waren seine Anekdoten und Geschichten, die er im Rahmen der Vortragsreihe zum Besten gab.

Am Abend sorgte der Popchor dann im Theaterraum, der während der Umbauarbeiten am CvO Heimat für Kulturveranstaltungen ist, für einen ersten Gänsehautmoment. Mit seiner Interpretation von Pinks „Dear Mr. President“ traf das im Publikum verteilte Ensemble unter der Leitung von Frau Mücke den Nerv des Abends.

Unnachahmlich und fesselnd dann die Ausführungen von Veuve Noire – Vertreterin des Projekts „Olivia Jones macht Schule“. Bereits zum wiederholten Mal durften wir den Geschichten und Ausführungen der sprachgewandten Drag Queen lauschen, die über ihre Erlebnisse in ihrer Heimat Wismar und über ihren Werdegang erzählte. Gleichermaßen launig wie nachdenklich verstand sie es, über ihre Geschichten Themen „Vielfalt“, „Toleranz“ und „Respekt“ zu vermitteln.

Es folgte die Preisverleihung zu dem Wettbewerb „Werte, die verbinden“, zu dem Carl:a die Schulgemeinschaft aufgerufen hatte. Von einem Banner über eine illustrierte Kurzgeschichte bis hin zu Präsentationen und Fotoarbeiten reichten die prämierten Einreichungen. Garniert wurde die Preisverleihung durch die musikalische Einrahmung der „Omas gegen Nazis“.

Den zweiten Teil des Themenabends teilten sich die Organisationen seawatch.org und Laut gegen Nazis. Seit 2015 ist Sea-Watch im zentralen Mittelmeer aktiv und war bis heute an der Rettung von über 45.000 Menschen beteiligt. Eine zunehmend rassistische Migrationspolitik führe dazu, so die Organisation auf ihrer Homepage, dass jährlich Tausende auf der Flucht über das Mittelmeer ertrinken würden. Durch Rettungseinsätze versucht seawatch Leben zu retten. Der Verein „Laut gegen Nazis“ hat es sich zur Aufgabe gemacht, einen Zusammenschluss der Zivilgesellschaft und eine starke Öffentlichkeit gegen Rechtsextremismus zu erwirken. Über medienwirksame Aktionen versucht die Organisation, eine breite Öffentlichkeit zu erreichen und auf Faschismus, Diskriminierung und Rassismus im Alltag aufmerksam zu machen.

Ein bunter Abend mit vielen spannenden Eindrücken und Geschichten, der zum Nachdenken und zum Mitmachen, zur Zivilcourage und zu Toleranz aufrufen sollte.

Text und Fotos: L. Hambach

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