ESSBARE SCHULE – Permakultur am CvO

Naschen. Entspannen. Lernen – Die Idee den Gedanken der Permakultur ans CvO zu holen entsteht 2016 während der Exkursion einer 7. Klasse zu den Stadtbienen auf dem Dach der Sparda-Bank in Hamburg, unserem Bildungspartner als Club-of-Rome-Schule. Ich komme mit Edouard van Diem, Permakulturgestalter und Imker, ins Gespräch über Stadtgärten und den Wunsch Schüler_innen lokales Gärtnern näherzubringen.

In einem zweitägigen Workshop erarbeiten wir mit Schüler_innen aus dem Schulgestaltungskurs mit Annika Hobiger ihre Wünsche, die in weiten Teilen nicht besonders attraktiven Schulpflanzungen in eine appetitliche Lebenswelt umzugestalten. Sitzecken, schöne Gärten, Entspannungsräume. Im Juni 2017 bewerbe ich mich mit der Idee und einem weitgreifenden Konzept beim Sparda Award in der Hoffnung, für dieses große Vorhaben die finanzielle Unterstützung zu finden. Der 1. Preis im Publikumsvoting, getragen durch die Schulgemeinschaft des CvO, in der Kategorie „Umweltschutz“ macht es dann möglich, nicht im Klein Klein zu bleiben, sondern ESSBARE SCHULE im großen Stil zu verwirklichen.

Drei Flächen werden dafür im Vorfeld gerodet. Im Oktober nun ist es soweit. Schulaktionstag. An ihrem freien Samstag rupfen, jäten, graben Eltern und Schüler_innen im strömenden Regen neu gewachsene Kräuter und verbliebene Wurzel. Ein großes Hochbeet wird nach Caras (SIII) Plänen gebaut. Am darauffolgenden Montag starten 29 Schüler_innen in der Projektwoche „Nachhaltigkeit“ zusammen mit Edouard van Diem und der Praktikantin Sanya Träume wahr werden zu lassen. Drei Tage lang wird gelernt, was Permakultur ist und was nachhaltig gärtnern ausmacht. Dann konkreter: Was pflanzen wir? Wie pflegt das später der Gartenkurs? Was ist denn eine Blumenuhr? Als dreiachsige Laster Erde, Rindenmulch und Baumaterial anliefern, wird deutlich, welche großen Umwälzungen anstehen. Daneben wirkt der kleine Gärtnerwagen winzig, dabei bringt er das kostbarste Gut: Obstbäume, Beerensträucher, Grünpflanzen. In zwei Tagen wird nun gegraben, gepflanzt, gebunden, gewässert, gemulcht.

Olli und Mike, die Gärtner, leiten zusammen mit Edouard die praktischen Arbeiten fachmännisch an. Für die Blumenuhr muss großflächig Erde ausgetauscht, für die Himbeeren und Brombeeren eine 70 cm tiefe Wurzelsperre eingearbeitet werden. Eine Fläche für die weiße Maulbeere wird gerodet. Fünf Kubikmeter Erde und sechs Kubikmeter Mulch werden mit Schubkarren bewegt. Was für eine Herkulesaufgabe. Blasen an den Händen, Muskelkater und zu wissen, wie viel Arbeit es bedeutet, einen Garten anzulegen. Das Ergebnis kann sich wirklich sehen lassen. Im Waldgarten kann man zwischen Zwetschgenbaum, Apfelquitte, Kirsche und Birne auf duftendem Mulch laufen; rote, weiße, schwarze Johannisbeeren und Blaubeeren sehen. Im Beerengarten werden schon im nächsten Jahr erste Himbeeren, Brombeeren und drei Sorten Stachelbeeren locken. Im Sommer wird die Blumenuhr bei aufmerksamer Betrachtung die Uhrzeit verraten: Welche Pflanzenart öffnet gerade ihre Blüten? Welche schließt sie?

Schon jetzt kann man die Gärten besuchen, die Blumenuhr betrachten. Schüler_innen und Eltern, Großeltern und alle Interessierte sind eingeladen sich anzuschauen, was durch die großartige Zusammenarbeit von Eltern, Schüler_innen und Lehrern zustande gekommen ist. Ausblick: Sobald die Saison beginnt, wird der Gartenkurs Blumen säen und Erdbeeren pflanzen. Salat und anderes Gemüse werden das Hochbeet beziehen. Und mal schauen, ob es irgendwo einen riesigen Kürbis geben wird.

Gabriela Buzuk