Skireise 2017: Schnee, Sonne, Skifahren – Stimmung!

Lam, ein kleines Dorf nahe der tschechischen Grenze. Die Dächer sind weiß gepudert und lange, glitzernde Eiszapfen hängen von jedem Giebel herab. An den Straßenrändern türmen sich große Schneehaufen. Es ist Mitte Januar und dieses Jahr versinken die Häuser in den dicken, weißen Flocken. Normalerweise
würden um diese Zeit des Jahres kaum Besucher in dem
kleinen Örtchen verweilen, welches von weitem aussieht wie
die perfekte Lebkuchenhaus-Winter-Idylle. Normalerweise.

Doch auch dieses Jahr ist die gesamte 10. Stufe des CvOs
hier zu Besuch. 125 Schüler plus 14 Betreuer sind es dieses
Jahr, die am Donnerstagabend mit drei Reisebussen in dem
Dorf ankommen und die ausgestorbenen Straßen wieder mit
Leben füllen. Eine zehn Stunden lange Busfahrt liegt hinter
ihnen. Alle sind ein wenig erschöpft, doch die Vorfreude auf
die kommende Woche ist größer. Was sie hier, in diesem entlegenen Winkel des bayrischen Waldes vorhaben? Skifahren! Denn nur 20min Busfahrt entfernt ist das Skigebiet des Großen Arbers, dem höchsten Berg im Bayrischen Wald. Das CvO fährt schon seit ca. 40 Jahren mit der ganzen 10. Stufe im Januar für 9 Tage in dieses Gebiet auf Skireise. Ein vergleichbares Erlebnis wird so von keiner anderen Hamburger Schule angeboten. Die Schüler wohnen in insgesamt 3 Gasthäusern im Ort mit für Klassenfahrten ungewöhnlich luxuriösen Zimmern. Gefrühstückt wird in jedem Haus für sich, abends jedoch treffen sich alle im Gasthaus „Stöberl“ um gemeinsam zu essen.

Doch so gemütlich das heimelige Ambiente auch sein mag, im Mittelpunkt steht natürlich das Skifahren! Bereits am nächsten Morgen sitzen alle Schüler wieder zeitig in den Bussen. Der Himmel ist bewölkt und es schneit noch immer. Die Sicht oben am Großen Arber ist nicht die beste, dafür sind jedoch die Schneeverhältnisse so exzellent wie schon seit Jahren nicht mehr. Fast alle Pisten haben geöffnet (zum Vergleich: Im letzten Jahr mussten sich die Schüler mit gerade einmal drei Abfahrten begnügen) und als positiver Nebeneffekt ist das Skigebiet – dank Nebensaison – so gut wie leer.

Nach der Fahrt durch die tief verschneiten Wälder und dem Auspacken der Busse – welches immer etwas dauert bei 140 Paar Ski und doppelt so vielen Stöcken – geht es endlich auf die Piste! Für viele Schüler ist es das erste Mal, dass sie Ski unter den Füßen haben. Mehr als die Hälfte von ihnen sind Anfänger, die heute erstmals die Möglichkeit bekommen, diesen Sport auszuprobieren. Doch auch die Fortgeschrittenen haben Unterricht und können so ihre Fähigkeiten weiter ausbauen. Fast der ganze Tag wird im Skigebiet verbracht, welches zwar nicht besonders groß ist, dafür jedoch so unterschiedliche Pisten bietet, dass selbst Profis auf ihre Kosten kommen. Schon am ersten Tag machen vor allem die Anfänger riesige Fortschritte, so dass am Ende des Tages die meisten schon Schlepplift fahren können. Es ist wirklich unglaublich, wie schnell und mit welcher Leichtigkeit viele Schüler diese neue Sportart erlernen!

Ziemlich kaputt, aber happy, geht es um ca. 16:00 Uhr zurück in das kleine, verschlafene Dörfchen Lam. Es ist beeindruckend, wie ruhig die meisten Schüler nach 6 Stunden im Schnee werden. Die Nachmittage und Abende klingen ganz entspannt aus, wobei es manchmal auch Angebote wie Kegeln oder Spieleabende gibt.

Ebenfalls beeindruckend ist, wie schnell das Skifahren die Schüler begeistert, denn es gibt kaum jemanden, der in den nächsten Tagen keine Lust hat, morgens auf die Piste zu kommen. Spätestens nach den Hits dieser Skireise, „Guten Morgen Sonnenschein“ und „Schifoan“, die einer der Busfahrer jede Hinfahrt zum Großen Arber laut abspielt und die allmählich zur Tradition werden, kann die Stimmung morgens kaum besser sein. Leider hat Zeit die Angewohnheit, schneller zu vergehen, wenn man etwas besonders Schönes macht. Und so vergeht auch diese Woche wie im Flug. Während das Wetter immer besser wird, machen die Schüler nicht nur große Fortschritte auf den Skiern, sondern auch große Fortschritte in Bezug auf den Zusammenhalt. Die vier Klassen wachsen immer mehr als eine Stufe zusammen – ein weiteres positives Ergebnis dieser Reise, denn bereits in einem halben Jahr geht es in die Oberstufe, wo die Klassen aufgelöst werden.

Und dann – es kommt einem ganz plötzlich vor – dämmert der letzte Skitag herauf. Zum krönenden Abschluss werden die Schüler von strahlendem Sonnenschein und tiefblauem Himmel über dem Großen Arber erwartet. Der Schnee ist wie Puder, die Bäume sind wie mit Zuckerguss glasiert. Es ist ein Skitag, wie man ihn selten erlebt. Doch auch dieser vergeht viel zu schnell mit gemeinsamen Gruppenfotos, Sprüngen im Fun-Park und rasend schnellen Carving- Abfahrten.

Die letzte Nacht wird nur wenig geschlafen – das kann man ja morgen auch den ganzen Tag im Bus tun. Die lange Rückfahrt verläuft also wesentlich ruhiger als die Hinfahrt, zur Erleichterung der Lehrer und Betreuer. Sie sind mindestens genau so erschöpft wie die Schüler. 125 Jugendliche Tag und Nacht zu betreuen ist durchaus kein Zuckerschlecken…

Am frühen Abend fahren die Busse schließlich wieder auf den Parkplatz hinter dem CvO. Es startet der allgemeine Trubel beim Entladen – doch es geht viel schneller als auf der Hinfahrt. Schließlich hat man eine Woche Übung. Und ist zu einer Gemeinschaft zusammengewachsen, in der man sich gegenseitig hilft. Während sich der Parkplatz irgendwann wieder leert, ist das kleine Dörfchen Lam schon längst wieder in seinen Winterschlaf zurückgekehrt. Es scheint nur schon auf das nächste Jahr zu warten, wenn die nächste Generation CvOler kommen wird, um die Gegend wieder ordentlich aufzumischen.

Nochmals vielen, vielen Dank an alle Lehrer, die es Jahr für Jahr ermöglichen, dass diese Reise zustande kommt! Es ist für viele Schüler eines der schönsten Erlebnisse ihrer Schulzeit!
Dafür besonderen Dank an Herrn Hitz und Herrn Bajramovic!

Nina Straub

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