Tansania-Projekt

Das Carl-von-Ossietzky-Gymnasium ist seit 2009 eine Club of Rome Schule. Der Club of Rome definiert seine Leitidee folgendermaßen:

Die Leitidee ist eine nachhaltige Entwicklung, die die Bedürfnisse der heutigen wie auch der künftigen Generationen an den begrenzten Ressourcen sowie der begrenzten Belastbarkeit unserer Ökosysteme orientiert. Der CLUB OF ROME nimmt eine globale Perspektive ein, in der komplexe Wechselwirkungen ebenso wie lange Zeiträume zur Geltung kommen sollen. Er möchte dazu beitragen, Systeme und Prozesse im Sinne einer nachhaltigen Entwicklung zu gestalten und dazu anregen, dass jede und jeder Einzelne im eigenen Umfeld damit beginnt. Dieser Grundsatz ist im Ausdruck „Global denken – lokal handeln“ („Think global, act local“) zum Markenzeichen des CLUB OF ROME geworden.

Die Leitidee des Club of Rome ist somit eine Aufforderung zum interkulturellen Lernen. Die SuS des Carl-von-Ossietzky-Gymnasiums müssen verstehen, dass es häufig existentielle Gründe sind, die Menschen dazu bringen, ihre Heimat zu verlassen und in ein anderes Land wie z.B. Deutschland zu gehen. Auf schulischer Ebene ist interkulturelle Erziehung seit 1997 im Hamburger Schulgesetz als Aufgabengebiet, also als Querschnittsaufgabe in der Schule („Gestaltungsprinzip allen Unterrichts und des Schullebens“) verankert. Die ersten Rahmenpläne zum Aufgabengebiet sind im Jahre 2002 erschienen. Interkulturelle Erziehung ist kein „Extra“, sondern wird – wie schon von der Kultusministerkonferenz im Jahre 1996 formuliert – „in der gewissenhaften Wahrnehmung des allgemeinen Erziehungsauftrags der Schule verwirklicht. Er fordert bei allen Schülerinnen und Schülern die Entwicklung von Einstellungen und Verhaltensweisen, die dem ethischen Grundsatz der Humanität und den Prinzipien von Freiheit und Verantwortung, von Solidarität und Völkerverständigung, von Demokratie und Toleranz verpflichtet sind“. Somit steht das CvO nicht nur als Club of Rome Schule in der Pflicht, interkulturelles Lernen als einen wichtigen Bestandteil des Schulprogramms zu etablieren, sondern muss auch den Anforderungen des Hamburger Schulgesetzes Rechnung tragen.

In der praktischen Umsetzung bedeutet das, dass die Partnerschaft zur Schule in Tansania sowie die Patenschaft zur Schule in Afghanistan in den nächsten Jahren immer stärker in das Schulprogramm des CvO eingebunden werden sollen.

In der Unterstufe sollten die Schülerinnen und Schüler mit fremden Kulturen im eigenen Nahraum konfrontiert werden. Hier wäre die Kontaktaufnahme zu afrikanischen oder afghanischen Gemeinden in Hamburg sinnvoll. In Gesprächen mit Jugendlichen ihres Alters sollen Unterschiede in den Kulturen erlebt, diskutiert und verstanden werden. Die Schülerinnen und Schüler der Mittelstufe beschäftigen sich im WP-Kurs „Schulpartnerschaft“ intensiv mit der Gestaltung und Umsetzung der Schulpartnerschaft der Gongolamboto Secondary School in Tansania und dem Carl-von-Ossietzky-Gymnasium in Hamburg. Zusätzlich findet in den Jahrgängen 9 und 10 im zweijährigen Rhythmus eine Afrika-Projektwoche statt, die den SuS bei sehr eigenständigem und selbstbestimmtem Arbeiten die Zusammenhänge zwischen dem eigenen Leben und dem Leben afrikanischer Jugendlicher verdeutlicht. In einer globalisierten Welt hat z.B. der Kauf eines Handys, welches mittlerweile in unserer Kultur mehr ein Statussymbol ist als ein Kommunikationsmittel, weitreichende Folgen für Gleichaltrige im Kongo, welche unter unmenschlichen Bedingungen Koltan abbauen. In Fächern wie Geschichte könnten die Themen des Kolonialismus und Imperialismus, welche durch den Rahmenplan vorgeschrieben sind, unter besonderer Berücksichtigung Afghanistans und Tansanias behandelt werden. In der Oberstufe beschäftigen sich die SuS in dem Geographiekurs, welcher sich ab dem Schuljahr 2013/2014 speziell um die Belange des Austausches mit Tansania kümmert,  mit den sozialen, gesellschaftlichen, politischen und wirtschaftlichen Herausforderungen und Problemen in Tansania und Afghanistan und bereiten sich auf die Austauschreisen mit der Gongolamboto Secondary School vor. Nach dem ersten Besuch der SuS vom CvO in Tansania müssen regelmäßige Veranstaltungen, Workshops usw. organisiert werden, welche die Erfahrungen in die Schulgemeinde weitertragen. In PGW könnten im regulären Unterricht Interessen und Strukturen internationaler Beziehungen am Beispiel Deutschland-Afghanistan erarbeitet werden und vor die Frage, welchen zentralen Herausforderungen die deutsche und europäische Außenpolitik sowie das internationale System in Beziehung zu diesem Land aktuell stehen, beantwortet werden. Zusätzlich dazu machen die einzelnen Fachschaften in z.B. Mathe, Englisch usw. Vorschläge in allen Jahrgängen zu möglichen Themen, welche einen starken Bezug zu unseren Partnerschulen haben. Diese Themen werden dann ausgearbeitet und im schulinternen Curriculum festgeschrieben.

Einmal pro Jahr wird der „Tag für Afrika“ am CvO stattfinden, an dem alle SuS der Schule arbeiten gehen oder sich wahlweise in der Schule mit Themen zum Interkulturellen Lernen beschäftigen.

Dieses Konzept gewährleistet, dass sich alle Schülerinnen und Schüler in ihrer Schulzeit am CvO mehrfach mit wechselnden Themen zum Interkulturellen Lernen beschäftigen.  Es stellt sicher, dass das Lernen von und mit Menschen anderer Kulturen nicht beliebig bleibt, sondern einen festen Rahmen hat. Die SuS sollen erkennen, dass die theoretische Auseinandersetzung, das praktische Handeln sowie das Kreieren von Ideen und Visionen in Bezug auf das gemeinsame Zusammenleben unterschiedlicher Kulturen eine Leitidee des CvO ist.